Ausgabe 04/2019

Die Macht der Körpersprache

Die Körpersprache ist ein wichtiger Bestandteil der zwischenmenschlichen Kommunikation – das ist allseits bekannt. In Zeiten von Skype, Facetime & Co. haben Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Gesten einen noch höheren Stellenwert bekommen. Auch im Businessbereich können wir jeden Geschäftspartner mit nur einem Klick sehen, selbst wenn er sich am anderen Ende der Welt befindet. Innerhalb weniger Sekunden wird dann entschieden, ob wir unserem Gegenüber vertrauen und Sympathie empfinden oder nicht. Denn stellen Sie sich einmal ein Kennenlernen vor, bei dem die Person Ihnen freundlich „Guten Tag“ sagt, jedoch nicht lächelt, keinen direkten Augenkontakt aufnimmt und keine Anstalten macht, Ihnen die Hand zu schütteln. Richtig, Sie werden dieser Person kaum glauben, dass sie sich darüber freut, Sie zu treffen.

Sich mit nonverbaler Kommunikation auseinanderzusetzen hilft Ihnen nicht nur dabei, das Verhalten anderer Menschen richtig zu deuten, sondern schafft auch Bewusstsein darüber, wie Ihre eigene Körpersprache auf andere wirkt. Richtig eingesetzt, können bestimmte Taktikten der Körpersprache Ihnen dabei helfen, Ihre Ziele zu erreichen und Ihre Außenwahrnehmung zu optimieren. Wie Sie dies am Telefon einsetzen erfahren Sie im Artikel „Lächeln ist hörbar”.

Möchten Sie beispielsweise als Führungskraft innere Ruhe und Souveränität ausstrahlen, sind dynamisch-fuchtelnde Gesten sicherlich keine gute Idee. Vor einer Ansprache empfiehlt es sich laut Kommunikationstrainer Stefan Häseli vielmehr, nicht sofort mit dem Sprechen anzufangen, sobald Sie sich nach vorne gestellt haben. Eine bedeutsame Geste, die man auch als „palm down“ bezeichnet, kann für Ruhe sorgen und die Aufmerksamkeit der Menge auf Sie lenken. Dabei werden die Handflächen Richtung Boden gedreht und mit sanften, wippenden Bewegungen verstärkt. Dieses Signal ist international einsetzbar und verleiht dem Handelnden kulturunabhängig ein hohes Maß an Sicherheit. Im Sitzen machen Sie einen professionellen Eindruck und bedeuten Ihrem Gegenüber, dass Sie sich in einer Sache einig sind, indem Sie die Fingerspitzen leicht auf den Tisch legen.

Auch im alltäglichen, direkten Gesprächsverlauf mit Kunden oder Kollegen können Sie sich die positiven Effekte der nonverbalen Kommunikation zunutze machen. Nehmen Sie immer wieder Blickkontakt auf und seien Sie ein aufmerksamer und interessierter Zuhörer, indem Sie sich Ihrem Gegenüber aufrecht zuwenden und gelegentlich nicken. Unterlassen Sie nervöses Herumspielen mit Kugelschreibern oder sonstigen Gegenständen und verkrampfen Sie nicht – eine innere Anspannung zeigt sich meist sehr schnell im Schulter- oder Nackenbereich. Mit Natürlichkeit und Authentizität können Sie viel mehr punkten.

Mit der richtigen Vorbereitung auf eine wichtige Verabredung gelingt Ihnen ein entspannter und dennoch überzeugender Auftritt. Nicht umsonst wurde schon in der Schule empfohlen, sich vor der Präsentation eines Referats das Einstudierte selbst vorzutragen. Solche Übungen machen nicht nur selbstbewusster, das Beobachten unserer Mimik und Gestik im Spiegel kann auch sehr aufschlussreich sein und uns bestimmte Verhaltensmuster wie Stirnrunzeln oder das ständige Anfassen der eigenen Haare aufzeigen. Versuchen Sie, auf Verlegenheitsgesten zu verzichten, eine ruhige Atmung einzuhalten und eine zuversichtliche Ausstrahlung zu verkörpern – das wird nicht nur auf andere positiv wirken, sondern auch dazu führen, dass Sie selbst sich in Ihrer Umgebung wohler fühlen.