Ausgabe 04/2019

Nachhaltig auf Geschäftsreise

Geht das?

Seit den Fridays for Future Demonstrationen wird der hohe CO2-Ausstoß von Inlands- und Langstreckenflügen wieder vermehrt kritisiert. Flugreisen und Nachhaltigkeit scheinen also auf den ersten Blick nicht wirklich zusammenzupassen. Welche Möglichkeiten es dennoch gibt, Geschäftsreisen möglichst umweltfreundlich zu gestalten, haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Zunächst einmal macht es Sinn zu prüfen, ob Sie eine Kurzstrecke nicht auch mit der Bahn in fast der gleichen Zeit zurücklegen können. Seit 2018 reisen Kunden der Deutschen Bahn in den Schnellzügen innerhalb Deutschlands mit 100 Prozent Ökostrom.

Wenn andere Verkehrsmittel als der Flieger nicht in Frage kommen, können Sie darauf achten, Direktflüge zu buchen. Hierdurch werden die Zeit in der Luft und somit auch der Treibstoffverbrauch reduziert. Auch der Verzicht auf jeglichen unnötigen „Ballast“ kann helfen, Emissionen einzusparen – packen Sie also nur ein, was Sie wirklich brauchen und sparen Sie sich das „Was wäre wenn“-Outfit. Die entstandenen Treibhausgase können Sie anschließend bei Anbietern wie Atmosfair oder Myclimate kompensieren. Dadurch wird zwar der Flug nicht weniger klimaschädlich, aber durch die Beiträge werden Investitionen in erneuerbare Energien getätigt oder Klimaschutzprojekte gefördert.

Sind Sie an Ihrem Zielort angekommen, stellt sich erneut die Frage, ob es für den Weg zum Hotel und zum Meeting der Mietwagen sein muss, oder ob öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrgemeinschaften mit Ihren Kollegen eine Alternative darstellen. Insbesondere in Großstädten ist die Auswahl an Bahnen und CarSharing-Anbietern meist groß.

Doch nicht nur bei der Wahl der Verkehrsmittel können Sie verantwortungsbewusst handeln. Generell ist während Ihres Aufenthalts ein achtsamer Umgang mit Ressourcen empfehlenswert, um Energie zu sparen und den Plastikverbrauch zu reduzieren. Kürzer duschen, Handtücher auch im Hotel mehrfach nutzen und wiederverwendbarere to-go-Becher und -Trinkflaschen verwenden sind nur einige Beispiele. Das Mittagessen im Restaurant einnehmen ist nicht nur für die Umweltbilanz besser als ein Take-away-Lunch mit Plastikbesteck, sondern ohnehin für Körper und Geist gesünder. Klimaanlagen sind echte Stromschlucker und sollten nur in kurzen Intervallen genutzt werden. Und bereits vor der Abreise sparen Sie Strom und Geld, wenn Sie Ihre Elektrogeräte, mit Ausnahme von Kühlschrank und Tiefkühltruhe, ausschalten.

Bei der Wahl der Unterkunft genauer hinzuschauen lohnt sich ebenfalls: Grüne Hotels, die durch Umwelt-Siegel wie „The Green Key“ oder „EMAS“ ausgezeichnet wurden, sind durch innovative Methoden wie Wärmerückgewinnung, Regenwasseraufbereitung und die Reduktion von Müll- und Schadstoffen umweltverträglicher. Auf Komfort verzichten müssen Sie dabei trotzdem nicht: Das Boutiquehotel Stadthalle in Wien beispielsweise ist eine grüne Oase mit Null-Energie-Bilanz, bietet ein Bio Genuss-Frühstück und belohnt Gäste, die mit dem Zug oder Rad anreisen mit zehn Prozent Rabatt. Darüber hinaus wird bei grünen Unterkünften auch im sozialen Bereich auf ein nachhaltiges Handeln Wert gelegt. Dies umfasst unter anderem die faire Bezahlung der Mitarbeiter, die Gleichberechtigung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Kooperationen mit grünen Hotels oder Mietwagenagenturen mit E-Autos können den ökologischen Fußabdruck Ihres Unternehmens deutlich verringern. Doch auch die konsequente Einhaltung kleinerer Schritte und Verhaltensänderungen auf Reisen kann eine große Wirkung haben.

Die einen protestieren gegen den Klimawandel, ...
... andere tun etwas – wie das Boutiquehotel Stadthalle in Wien mit Null-Energie-Bilanz