Ausgabe 02/2020

Work-Life-Balance

Per Definition steht der Begriff Work-Life-Balance für einen Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang stehen. Die Wortkreation ist eine Kombination der englischen Wörter für Arbeit, Leben und Gleichgewicht. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff, der uns seit Ende der 90er Jahre ein schöneres Leben und mehr Produktivität bei der Arbeit verspricht?

Bei einem Arbeitsmarkt, auf dem nicht nur Manager und Führungskräfte eine 60-Stunden-Woche haben, geht es wohl kaum um eine Fifty-Fifty-Aufteilung der beiden Lebensbereiche. Vielmehr scheint der Schlüssel zum Glück in einem gesunden, ausgeglichenen Maß zwischen Arbeit und dem restlichen Leben zu liegen. Welche Aktivitäten zum Ausgleich als kraftspendende Quality time angesehen werden sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst: Mancher schöpft neue Energie aus einem Treffen mit Freunden und gutem Essen, ein anderer entspannt beim Spieleabenden mit der Familie und der nächste findet seinen Ausgleich beim Schwitzen im Fitness-Studio.

Genauso unterschiedlich wie die Freizeitgestaltung ist auch die Toleranzgrenze jedes Menschen, wie weit er ein Ungleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben verkraftet. Wer in seinem Beruf schon eine große Erfüllung findet, benötigt sicher weniger Ausgleich als ein stets überforderter Berufsanfänger mit zu hohem Arbeitsaufkommen. Unverkennbare Anzeichen sind Vergesslichkeit und Verwirrung: Man nimmt Arbeitsgedanken und -themen mit nach Hause und private Sorgen mit in den Job – im Gehirn findet die gewünschte Trennung der beiden Bereiche nicht mehr statt. Schnell läuft vieles durcheinander und ein Gefühl der Überforderung macht sich breit.

Um diesem Teufelskreislauf zu entkommen oder besser noch gar nicht erst hinein zu geraten, helfen folgende Tipps: Ein erster und entscheidender Schritt in Richtung ausgewogene Work-Life-Balance ist ein gutes Zeitmanagement – sowohl im Berufs- als auch im Privatleben. Dabei kann eine schriftlich geführte To-Do-Liste, die eine Übersicht der zu erledigenden Aufgaben zeigt, genauso hilfreich sein wie eine App für Zeitmanagement. So oder so ist es wichtig die Aufgaben nach Umfang, Größe und Priorität einzuteilen, um diese ohne großen Stress nach und nach abzuarbeiten. Dabei ist es genau so wichtig große Aufgaben in machbare Häppchen aufzuteilen wie unliebsame Arbeiten direkt anzugehen und nicht vor sich hin zu schieben. Das realistische Setzen und vor allem Einhalten zeitlicher Grenzen für die verschiedenen To-Dos hilft dabei auch entspannende Pausen zum Energietanken zu erleben und nicht völlig gestresst permanent am Limit zu sein. Ein weiterer Schlüssel zum Glück ist das Abgeben und Koordinieren von Aufgaben. Gerade im privaten Bereich können sicher auch mal die Kinder die Katze füttern oder für die geplante Feier die Gäste auch mal etwas mitbringen lassen. Lässt man diesen Gedanken erst einmal etwas Platz ist es erstaunlich, wie schnell hier und dort Zeitfenster entstehen, in denen Raum für die schönen, erholsamen Dinge ist – eine gute Balance zwischen Work & Life.