Ausgabe 03/2019

Die Kunst des Netzwerkens

Über Longdrinks, Handshakes und Visitenkarten

Während es manchen Menschen Spaß macht, mit Fremden oder Freundesfreunden ins Gespräch zu kommen, ist es für andere lediglich ein notwendiges Übel. Eines ist jedoch klar: Wer in der Geschäftswelt erfolgreich sein möchte, für den sind Kontakte das A und O. Ob bei der Jobsuche oder wenn einfach mal irgendwo der Schuh drückt: Dank dem sprichwörtlichen Vitamin B öffnet sich die eine oder andere Tür. Mit folgenden Tipps verraten wir Ihnen, wie das Beziehungen-Knüpfen gelingt.

Stellen Sie sich zunächst die Frage, welche Personen Sie in Ihr persönliches Netzwerk aufnehmen möchten. Denn auch beim Networking gilt Qualität vor Quantität. Es empfiehlt sich, auf Menschen zu setzen, die entweder ähnliche Ziele verfolgen wie Sie selbst oder jene, die bereits das erreicht haben, wovon Sie träumen.

Beim Gespräch selbst ist eine positive nonverbale Kommunikation die Grundlage für erfolgreiches Netzwerken. Dazu gehören Augenkontakt, eine offene, zugewandte Körperhaltung sowie ein freundliches Lächeln. Nicht zu unterschätzen ist nach wie vor ein ordentlicher Händedruck, da er ein Gefühl von Verbundenheit schafft und einiges über Ihre Persönlichkeit verraten kann. Auch mit der sogenannten Spiegel-Technik, bei der Sie Verhaltensweisen und die Körpersprache Ihres Gegenübers nachahmen, können Sie bei Ihrem Gesprächspartner punkten.

Doch wie eröffnet man überhaupt ein Gespräch mit einem Unbekannten? Ein klassischer Gesprächs-Opener ist die Getränke-Frage. Gut verpackt ist sie eine gute Möglichkeit das Eis zu brechen: „Die machen wirklich gute Long-Drinks, möchten Sie auch einen?“ Im Anschluss können Sie beispielsweise fragen, woher Ihr Gegenüber den Gastgeber kennt oder wie er den soeben gehörten Vortrag fand. Statt der Standard-Frage nach Beruf und Herkunft können Sie sich einfach nach Inspirationsquellen oder dem aktuellen Lieblingsbuch erkunden. Gemeinsamkeiten erzeugen fast immer Sympathie. Daher kommen Sie mit höflichen und zielgerichteten Fragen schnell an Ihr Ziel. Insbesondere wenn Sie von Natur aus nicht gerade der Viel-Erzähler sind, ist das aktive Zuhören eine gute Taktik.

Um dem Anderen die Kontaktaufnahme möglichst einfach zu machen, bietet sich nach kurzer Plauderei das Austeilen von Visitenkarten an. Wenn Sie selbst eine Karte überreicht bekommen, sollten Sie diese vor dem Einstecken einen Moment lang würdigen. Ein direktes Vernetzen auf Xing, LinkedIn oder anderen Portalen bietet zudem Einblicke in Lebensläufe oder mögliche gemeinsame Kontakte.

Kleiner Tipp: Wenn Sie sich noch am selben Abend des Gesprächs ein paar kurze Notizen zu Ihren Gesprächspartnern machen, zum Beispiel direkt auf der Visitenkarte, kann Ihnen das sehr nützlich sein oder vor unangenehmen Verwechslungen bewahren. Ein kleines Detail reicht oftmals als Aufhänger aus und signalisiert Ihr Interesse an der anderen Person. Beispielsweise: „Sie hatten erwähnt, dass Sie gerne in der Hamburger Straße Tennis spielen. Der Platz liegt quasi auf meinem Nachhause-Weg – wie wäre es mit einer gemeinsamen Partie am Freitagnachmittag?“

In jedem Fall sollten Sie innerhalb der nächsten drei Tagen Kontakt aufnehmen und sich für das angenehme Gespräch bedanken. Im Idealfall finden Sie eine Möglichkeit, den Austausch zu vertiefen. Denn zum erfolgreichen Networking gehört nicht nur der Aufbau, sondern auch die Pflege des eigenen Kontaktnetzwerks. Indem Sie gelegentlich per Mail nützliche Informationen verschicken, auf interessante Veranstaltungen hinweisen oder zum Geburtstag gratulieren, bleiben Sie dauerhaft positiv im Gedächtnis. Was Sie tunlichst vermeiden sollten, ist direkt nach dem Kennenlernen um einen Gefallen zu bitten. „Erst geben, dann nehmen“, lautet die Devise.

Beherzigen Sie ein paar der Tipps, aber seien Sie vor allem authentisch und verbiegen Sie sich nicht. Dann stehen den nächsten erfolgreichen Networking-Events sowie dauerhaften Business-Bekanntschaften nichts mehr im Wege.

Business Networking ist für viele Manager, Unternehmensführer und Selbstständige Alltag. Doch was ist ihr Erfolgsgeheimnis beim Vernetzen?