Ausgabe 03/2019

FAQ: Bildungsurlaub

Was Sie darüber wissen sollten

Raus aus dem Büro, rein in die Bildungseinrichtung. Fünf bezahlte freie Tage stehen Vollzeit-Arbeitnehmern jährlich zum Chinesisch lernen, zur Stressbewältigung oder zur Auffrischung der EDV-Kenntnisse zu. Wir verraten Ihnen, was Sie bei einem Antrag beachten sollten.

Bildungsurlaub – was heißt das eigentlich genau?

Beim Wort Bildungsurlaub denkt jeder direkt an eine Auszeit aus dem tristen Alltag, in der man neue Menschen kennenlernt, neue Erfahrungen sammelt, sich Wissen aneignet und Freude am Lernen hat. Mit Erholungsurlaub hat der Bildungsurlaub allerdings nichts zu tun. Er dient vielmehr der politischen und beruflichen Bildung oder auch der Qualifizierung für ein Ehrenamt. Den Anspruch eine Woche pro Jahr bezahlten Bildungsurlaub zu nehmen, gibt es für Arbeitnehmer in Deutschland seit 1974. Was die wenigsten wissen: Der Inhalt der Weiterbildung muss nicht zwingend im direkten Zusammenhang mit der eigenen beruflichen Tätigkeit stehen. Ihr Arbeitgeber darf Ihren Antrag nur aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen. Anderenfalls muss er den Bildungsurlaub zusätzlich zum Jahresurlaub gewährleisten.

Wozu brauchen wir Bildungsurlaub?

Insbesondere in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung wird lebenslanges Lernen unverzichtbar, um up to date zu bleiben. Kaum einen Arbeitsbereich gibt es heutzutage, in dem Wissen nicht schnell veraltet und immer wieder neue technische, organisatorische oder kommunikative Fertigkeiten gefordert sind. Ob Web-Design, Rhetorik oder Changemanagement – die Bandbreite der Seminare ist groß. Achtung: Viele Sprachschulen im Ausland haben die benötigte Anerkennung nicht.

Gilt für alle das Gleiche?

Leider nicht, denn es gibt eine Reihe von Sonderregelungen, unter anderem für Beamte. Bei Teilzeitbeschäftigten verringert sich der Anspruch entsprechend. Und auch in den einzelnen Bundesländern gibt es Abweichungen. Bayern und Sachsen beispielsweise haben gar kein Bildungsurlaubsgesetz. Die Einzelheiten können Sie online auf bildungsurlaub.de nachlesen.

Wer trägt die Kosten?

Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sie sich die Kosten: Als Arbeitnehmer übernehmen Sie die Seminargebühren, der Arbeitgeber ist für die Lohnfortzahlung zuständig.

Wie meldet man Bildungsurlaub an?

Nachdem Sie geprüft haben, ob Sie grundsätzlich Anspruch auf eine Freistellung haben, suchen Sie sich ein für Sie interessantes und in Ihrem Bundesland anerkanntes Seminar aus. Haben Sie die Unterlagen vorliegen, prüfen Sie unbedingt, ob und bis wann Sie kostenlos zurücktreten können, falls Ihr Arbeitgeber den Antrag zurückweisen sollte. Bedenken Sie, dass Letzterer Ihre Abwesenheit einplanen muss und daher eine rechtzeitige Abklärung notwendig ist. Anschließend reichen Sie die Anmeldebescheinigung, den Anerkennungsbescheid, den Ablaufplan sowie ein formloses Anschreiben beim Arbeitgeber ein.