Ausgabe 01/2020

New Leadership

So geht Mitarbeitermotivation heute

Befragt man Führungskräfte nach ihren Fähigkeiten, halten sich selbstredend fast alle für einen guten Chef. Der Gallup Engagement Index 2016 hat jedoch gezeigt, dass gerade mal jeder fünfte Angestellte den Führungsstil seines Vorgesetzten motivierend genug findet, um im Job vollen Einsatz zu zeigen.

Vielfältige Herausforderungen der Arbeitswelt sowie der hohe Druck auf den Arbeitsmärkten machen ein Umdenken in den Chefetagen notwendig. Um gutes Personal dauerhaft halten zu können, müssen Führungskräfte heute viel mehr als Coach und Mentor auftreten. Statt des „Command and Control“-Stils ist eine respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe gefragt. Ein moderner Chef bindet sein Team in Entscheidungen mit ein, interessiert sich für die Ziele der Mitarbeiter und schenkt ihnen Vertrauen als Vorschuss. Er ist in der Lage, bestimmte Aufgaben voll und ganz an andere abzugeben. Auch eine gewisse Toleranz bei Fehlern sollte vorhanden sein. Denn das schafft Selbstvertrauen und Zuversicht.

Wo generell ein Defizit besteht, sollte die Führungskraft dieses erkennen und mögliche Fortbildungen anbieten. Und wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen werden konnte, sollte das genauso anerkannt werden. Das muss nicht immer in Form von einer Bonuszahlung geschehen. In vielen Fällen wird ein ehrliches Lob, eine handschriftliche Dankeskarte, ein Gutschein oder einfach mal die Sektflasche rausholen die Mitarbeiter viel mehr erfreuen.

Ein weiterer wesentlicher Punkt bei der Mitarbeitermotivation ist, dass eine moderne Führungskraft voll und ganz hinter den Werten des Unternehmens steht und als Vorbild auftritt. Nur so entsteht Glaubwürdigkeit und daraus resultierend eine Identifizierung seitens der Angestellten mit ihrem Arbeitgeber.

Ob sich ein Mitarbeiter mit dem eigenen Unternehmen identifiziert und wie stark folglich seine Motivation an der Arbeit ist, hängt auch damit zusammen, welcher Generation er angehört. Für die Millennials (Geburtenjahrgänge der frühen 1980er bis späten 1990er) und die Generation Z (geboren ab 1999) sind Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten nicht mehr die allentscheidenden Faktoren. Vielmehr wollen sie einer Tätigkeit mit Sinn nachgehen und sich durch Herausforderungen weiterentwickeln. Auch Fitness- und Entspannungsmöglichkeiten sind bei jungen Mitarbeitern gern gesehene Benefits. Hier ist eine gewisse Flexibilität in der Führungsebene gefragt, um entsprechend auf die unterschiedlichen Bedürfnisse mehrerer Generationen eingehen zu können.

Dem VOPA-Plus-Modell nach Willms Buhse zufolge ist im Leadership neben den bereits erläuterten Komponenten Offenheit, Partizipation und Agilität auch Vernetzung entscheidend. Unternehmen sollten verschiedene Kanäle nutzen und sich über diese vernetzen – nicht nur, um sich nach außen zu präsentieren, sondern auch für die interne Kommunikation. Denn letztlich ist auch der Zusammenhalt im Team ein entscheidender Faktor bei der eigenen Leistungsbereitschaft.