Ausgabe 03/2017

Sicherheit im Gepäck

Studien zu Geschäftsreisen: Weniger Stress, mehr Angst vor Terror

Geschäftsreisen werden immer wichtiger: 83 Prozent aller Manager denken, dass durch den persönlichen Kundenkontakt die Wahrscheinlichkeit eines Abschlusses deutlich steigt. Das zeigt die aktuelle Studie „Chefsache Business Travel“ von Travel Management Companies im Deutschen Reiseverband (DRV), die dieses Jahr bereits zum fünften Mal in Folge durchgeführt wurde. Doch wie wirkt sich eine Dienstreise auf die reisenden Manager aus?

Geschäftsreisende sind deutlich weniger gestresst als in den Vorjahren: Nur ein Viertel der reisenden Manager beklagen sich über ein hohes bis sehr hohes Stresslevel – damit hat sich der Anteil der stark Gestressten gegenüber 2015 und 2016 fast halbiert.

Allerdings dominiert ein anderes Problem: Jeder zweite Geschäftsreisende fürchtet sich vor Terroranschlägen. Gerade bei gestressten Reisenden ist die Angst vor Terroranschlägen groß: Ein Drittel sorgen sich darum. Anders sieht es bei Geschäftsreisenden aus, die entspannt reisen: Hier haben nur fünf Prozent Angst vor Terror.

Wie globale Ereignisse Geschäftsreisen beeinflussen“ beschäftigt sich mit dem Thema Angst auf Geschäftsreisen. Sie wurde im Herbst 2016 von der Association of Corporate Travel Executives (ACTE) und dem Magazin Business Traveller in Zusammenarbeit mit American Express Global Business Travel veröffentlicht. Laut diesem Bericht haben nur zehn Prozent der Reisenden keine Angst vor Terrorismus und 25 Prozent sehr wenig.

Gemäß der Studie „Chefsache Business Travel“ kam es bei 42 Prozent der Manager bei Geschäftsreisen ins Ausland zu Problemen: 25 Prozent dieser Befragten konnten ihre Reise aufgrund politischer Unruhen im Zielland nicht antreten. Demgegenüber stehen 18 Prozent, die mit einem abgelaufenen Reisedokument reisen wollten oder ihr Visum nicht rechtzeitig bekommen haben (ebenfalls 18 Prozent). Neben diesen tatsächlichen Problemen kommt die gefühlte Gefahr: 48 Prozent aller Befragten sorgen sich um ihre Sicherheit. Die größte Angst haben Frauen (64 Prozent) und Reisende unter 40 Jahren (57 Prozent). Dabei ist der emotionale Stress enorm: 67 Prozent der Geschäftsreisenden gaben psychologische Auswirkungen auf sich oder ihre Familie an, wenn sie in ein Gebiet reisen müssen, in dem sie sich nicht sicher fühlen (Quelle: „Reiseverhalten: Gefahren und Chancen“) Dabei ist Kommunikation zwischen den reisenden Managern und ihren Vorgesetzten bei diesem Thema ausbaufähig, wie die Studie „Reiseverhalten: Gefahren und Chancen“ zeigt: So fürchten 31 Prozent der Angestellten, dass eine mangelnde Bereitschaft zu reisen, sich negativ auf ihre Karriere auswirkt und sechs Prozent würden ihre Bedenken nur ungern mit ihrem Arbeitgeber besprechen.

Laut „Chefsache Business Traveller“ können Unternehmen viel dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl ihrer Mitarbeiter zu erhöhen. Die Studie fand heraus, dass Geschäftsreisende sich gut auf mögliche Notsituationen vorbereitet fühlen, wenn das Unternehmen ein Geschäftsreisebüro beauftragt. Kommt es zu einem Ernstfall, wissen 69 Prozent der Befragten, an wen sie sich wenden können. Deutlich anders sieht es aus, wenn das Unternehmen Reisen selbst organisiert: Hier sagen nur 59 Prozent der Befragten, dass sie sich gut auf die Reise und etwaige Krisenfälle vorbereitet fühlen – lediglich 41 Prozent kennen in diesem Fall ihren Ansprechpartner.

Auf Dienstreisen fliegen nicht nur die Geschäftsunterlagen mit, sondern auch die Angst vor Terrorismus.