Ausgabe 02/2021

Wie Corona die Arbeitswelt nachhaltig verändern wird

Home, Office oder Homeoffice? Bisher stand dem steigenden Bedürfnis, gerade von jungen Arbeitnehmer:innen, nach der Arbeit im Homeoffice die Befürchtung vieler Führungskräfte entgegen, dass die Angestellten zu Hause nur faulenzen. Es wurde festgehalten an eingefahrenen Arbeitsstrukturen und -prozessen. Und dann kam Corona – und löste eine rasante, nie dagewesene Veränderung in der Arbeitswelt aus.

Flexibel wie ein Gummiband

In der Landwirtschaft, auf dem Bau und im produzierenden Gewerbe ging es in den Kinderstunden der Pandemie vor allem um Arbeitssicherheit. Für alle Schreibtischtäter ging es an den Küchentisch. Millionen Berufstätige wechselten in der Corona-Krise ins Homeoffice: Glasfaserleitungen wurden gegen wackelige LAN-Verbindungen getauscht, Laptops unter Hochdruck eingerichtet und routiniert Videokonferenzen mit Palmenhintergrund abgehalten. Unzählige berufstätige Eltern müssen sich der Doppelbelastung durch Home-Schooling und -Office stellen und die Work-Life-Balance ist aus den Fugen geraten. Belegschaft und Unternehmen schaffen es, mit enormer Anstrengung, den Betrieb weitestgehend aufrecht zu erhalten.

Masken ab und was kommt dann?

Wie lange genau das erzwungene Homeoffice und die Arbeitsaufteilung in Kohorten noch anhält steht nicht fest. Fest steht aber, dass mit steigenden Impfzahlen und Durchimmunisierung der Zeitpunkt gekommen ist die Arbeitswelt der Zukunft zu planen. Dabei ist klar, dass sich in der Krise mit der Bereitschaft zur Flexibilität auch die Ansprüche der Arbeitnehmer:innen geändert haben. Denn die aktuelle Ausnahmesituation zeigt, dass räumlich flexibles virtuelles Arbeiten für geeignete Bürotätigkeiten möglich ist und funktioniert. Laut einer Bitkom-Studie sollen nach Corona knapp die Hälfte der befragten Arbeitnehmer:innen ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten. Dieser Entwicklung müssen die Arbeitsszenarien angepasst und entsprechende Bürogestaltungen sowie Prozesse angepasst werden.

Coworking, Desksharing oder doch ein klassisches Büro?

So vielseitig die Beschäftigten und ihre Aufgaben sind, so unterschiedlich sieht die ideale Gestaltung des Arbeitsplatzes aus. Kreative Prozesse, die einen direkten Austausch und Diskussionsmöglichkeiten erfordern stehen Arbeitsprozessen gegenüber, die im stillen Einzelbüro ohne Störung ablaufen. Es gibt eine Bandbreite an individuellen Bedürfnissen an die sich der Arbeitsplatz der Zukunft an unterschiedlichen Orten individuell anpassen lassen sollte. Jetzt ist es an Arbeitgebern und -nehmern gemeinsam mit den aus der Corona-Krise gewonnenen Erfahrungen an den Arbeitsplätzen von morgen zu arbeiten. Es bleibt spannend.