Ausgabe 02/2019

Lissabon

Die Stadt des Lichts

Licht, Wärme und Farben – das ist Lissabon in drei Worten. Und sie ist noch so viel mehr. Eine junge und weltoffene Szene, eine florierende Geschäftswelt, leckeres Essen und natürlich das milde Klima machen die Hauptstadt Portugals zu einer der angesagtesten Städte Europas.

Eine Stadt am Fluss, am Meer, bergauf, bergab

Lissabon, oder Lisboa, wie die Portugiesen sagen, wurde genau wie auch Rom, Jerusalem oder Bamberg einst auf sieben Hügeln erbaut. Diese prägen das Stadtbild und gewähren immer wieder einen atemberaubenden Blick über die ganze Stadt und die Atlantik-Mündung des Tejo, der Fluss, der Portugal mit Spanien verbindet. Ein solcher Aussichtspunkt ist die Castelo des Sao Jorge, eine Festungsanlage aus dem 12. Jahrhundert, von der aus ein weiteres Wahrzeichen der Stadt zu sehen ist: Die drittlängste Hängebrücke der Welt, die Ponte de 25 Abril (Brücke des 25. Aprils), über die man vom Lissaboner Stadtteil Alcantara in die Stadt Almada gelangt. Der Name der Brücke geht auf die Nelkenrevolution von 1974 zurück, bei der sich aufständische Soldaten rote Nelken in ihre Gewehrläufe steckten – ein Symbol der sozialistischen Arbeiterbewegung. Lissabon ist reich an Geschichte und den Gebäuden, die diese erzählen.

Know your way around

Um wenigstens einen Teil der Historie Lissabons, die schönsten Plätze und ein paar Geheimtipps erleben zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wer sich fit fühlt und ein bisschen Zeit mitbringt, sollte es wagen die Stadt zu Fuß zu erkunden, denn die vielen Gassen, kleinen Restaurants und Plätze sind von den Hauptverkehrspunkten leicht zu verfehlen. Tipp: Die Straßenbahnen bringen Sie die vielen Hügel hinauf. Aber auch das U-Bahn-Netz ist sehr gut ausgebaut. Die Lisboa-Card bietet freie Fahrt in U-Bahn, Straßenbahn, Bus und Aufzug und freien Eintritt zu den gängigen Sehenswürdigkeiten – für 19 Euro, 24 Stunden lang. Eine der weiteren zahlreichen Fortbewegungsmöglichkeiten in Lissabon ist das Tuk Tuk, dessen Fahrer Ihnen auch noch etwas über die Geschichte der Stadt erzählt.

Graffiti mal anders

Ob Graffiti Kunst ist, da scheiden sich in Deutschland die Geister. In Lissabon jedenfalls erfreuen sich sowohl die Einheimischen als auch die Touristen an den kreativen, teils kunstvollen Wandmalereien. Nicht nur das – ein Großteil der Arbeiten entstand sogar in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, die so leer stehende Häuser und heruntergekommene Industriegebäude verschönern lässt. Farbfirmen bezahlen die Farbe und die Künstler machen sich ans Werk. Auf diese Weise verschmelzen traditionelle Architektur und die moderne Street-Art-Szene. Alexandre Farto (Künstlername: Vhils), einer der bekanntesten Künstler der Szene, hinterlässt seine Spuren nicht mit der Sprühflasche, sondern bedient sich eines Schlagbohrers, um an den Hauswänden beeindruckende, reliefartige Kunstwerke zu hinterlassen.

MICE in Lissabon

Neben der Street-Art-Szene liegt auch die Lissaboner Geschäftswelt voll im Trend. Warum? Die größte Stadt Portugals ist in ein bis drei Stunden aus den meisten europäischen Städten und in fünf bis acht aus Nord-Amerika erreichbar, der Flughafen liegt zentral. Außerdem ist man in 15 Minuten in der Innenstadt. Lissabon besitzt alles was heutzutage für MICE (Meetings, Incentive-Reisen, Conferences und Events – siehe Seite 14) relevant ist. Neben zahlreichen top-notch Business-Locations, kann Lissabon auch für die Zeit nach Feierabend überzeugen: Networking auf einem der Championship-Golfplätze, Shopping auf hohem Niveau in der Rua Augusta und unzählige Möglichkeiten für Incentive-Aktivitäten in der Stadt, am Fluss, Meer und in den Bergen.

Kulinarisches

Aufgetischt werden in Lissabon viel Fisch, Fleisch und Kartoffeln. Man könnte sagen, es ist ein Hobby der Portugiesen Essen zu gehen, besonders mittags. Zwischen 13 und 15 Uhr wird dann meistens eine sogenannte halbe Portion serviert, die ihrem Namen jedoch nicht gerecht wird, da für einen kleinen Magen auch die Hälfte einer halben Portion völlig ausreicht. Natürlich ist Portugal neben Fleisch- und Kartoffelgerichten für Meeresfrüchte und Fisch bekannt. Das Nationalgericht Nummer eins ist Stockfisch, die Portugiesen nennen ihn liebevoll „fiel amigo“, treuer Freund. Es soll 365 verschiedene Arten der Zubereitung geben. Während die Meeresfrüchte zum Teil recht günstig zu erstehen sind, haben Hummer und Langusten auch in Lissabon ihren Preis. Ein kulinarisches Highlight für viele Touristen und natürlich die Lissaboner selber sind die Pastéis de Nata, kleine Blätterteigtörtchen. Nur drei Bäckereien in Portugal sollen die Originalrezeptur kennen.

Lissabon ist in jedem Fall eine Reise wert. Wenn sich ein Geschäftstermin mit einem freien Tag in der portugiesischen Hauptstadt verbinden lässt – umso besser!

Gut zu wissen

1755 erschütterte ein gewaltiges Erdbeben die Stadt. Das Hieronymus-Kloster im Stadtteil Belém überstand das Beben jedoch fast unbeschädigt. Es zählt mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Dass die Portugiesen verrückt nach Fußball sind, ist allgemein bekannt. Allein in Lissabon gibt es nicht weniger als 214 registrierte Fußballclubs.

Früher war es nicht ungewöhnlich, Delfine im Fluss Tejo zu entdecken. Durch Wasserverschmutzung und die geschäftige Schifffahrt ist dies wesentlich seltener geworden. Nahe Setúbal stehen die Chancen besser, die beliebten Säugetiere zu spotten.

Die Strecke der kleinen, gelben Tram 28 ist eine wunderbare Tour durch die Stadt. Sie fährt durch die beliebten Touristenviertel Graca, Alfama, Baixa und Estrela.
In Lissabon gibt es unglaublich viel zu entdecken. Die engen Gassen geben einen Blick auf die zahlreichen kleinen Überraschungen frei: Traditionell geführte Restaurants, Handwerksläden mit antiken Schätzen und die warme Herzlichkeit der Lissaboner.