Ausgabe 01/2020

Vancouver

Eine junge Metropole zwischen Ozean und Bergen

Benannt nach dem britischen Kapitän George Vancouver, der die Region Ende des 18. Jahrhunderts erforschte, ist Vancouver heute vor allem für ihre Nähe zur Natur und die kulturelle Vielfalt berühmt. Den Namen „City of Glass“ trägt die Stadt, da sie noch recht jung ist und ihre Skyline entsprechend von Hochhäusern aus Stahl, Beton und Glas geprägt ist.

Historische Gebäude, wie man sie aus Europa gewohnt ist, sieht man hier kaum. Den Reiz der Stadt macht also nicht unbedingt ihre Architektur aus, sondern vielmehr ihre besondere Lage: Umgeben von gigantischen Bergen, immergrünen Wäldern und dem tiefblauen Meer bietet Vancouver eine Bandbreite an Möglichkeiten für Naturfans und Aktivsportler. So können Sie in Vancouver theoretisch an einem Tag sowohl Skifahren als auch Surfen. Innerhalb kürzester Zeit hat sich die Stadt außerdem zur drittgrößten Metropole Kanadas und einem der wichtigsten Dienstleistungszentren des Landes entwickelt.

Kleine und große Ausflugsziele

Im Stadtkern selbst, der gerade einmal knapp 630.000 Einwohner zählt, erfreuen sich insbesondere drei Stadtteile großer Beliebtheit: Yaletown verzaubert mit netten Boutiquen, kleinen Galerien, hippen Cocktaillounges und angesagten Restaurants. Downtown hat einen spektakulären Yachthafen und herrliche Aussichten zu bieten. Nachts finden Sie hier eine große Auswahl an Bars und Clubs mit Livebands an der neonbeleuchteten Granville Street. Gastown gilt als Geburtsort der Stadt und zeigt mit seinen alten Pflastersteinstraßen und neu renovierten Loftwohnungen einen interessanten Mix aus Vergangenheit und Gegenwart.

Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel ist Granville Island, eine Halbinsel, die einst Arbeiterviertel und Fabrikgelände war. Heute ist sie ein buntes Einkaufsviertel mit einem umfangreichen Kunst- und Kulturangebot. Der Granville Island Public Market mit seinem großen Sortiment an regionalen Produkten und unterschiedlichsten Highlights der Gourmetküche ist definitiv ein Besuch wert. Bereits der Weg zum Markt mit der Aquabus-Fähre über den Meeresarm False Creek ist ein Abenteuer.

Unvergessliche Naturerlebnisse

Die grüne Ruhe-Oase Vancouvers ist der Stanley Park im Norden der City. Die 400 Hektar große Wald-Anlage mit mächtigen Zedern, Fichten und Tannen zieht gleichermaßen Jogger und Spaziergänger an und bietet Erholung inmitten des Stadttreibens. Eine Fahrradtour auf dem über neun Kilometer langen Asphaltweg rund um den Park gibt einen Eindruck von seiner enormen Größe. Auch der Stadtstrand English Bay eignet sich bestens, wenn Sie nach Feierabend eine Joggingrunde drehen oder den Sonnenuntergang genießen möchten.

Für echte Naturliebhaber ist ein Besuch der bekannten Vancouver Island vor der kanadischen Pazifikküste ein Muss. Viele Locals fahren hier binnen weniger Stunden mit Auto und Fähre für einen Kurzurlaub hin und erfreuen sich der extremen Vielseitigkeit der 450 Kilometer langen Insel: schneebedeckte Gebirge, zahllose Seen, Regenwälder, Steilklippen und Sandstrände. Perfekt, um nach der Geschäftsreise noch einmal Natur pur zu erleben und einmalige Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen. Mit ein wenig Glück können Sie im Pazifik sogar einen Orca, Zwerg- oder Buckelwal zu Gesicht bekommen.

Kulinarische Leckerbissen

Vancouver ist definitiv eine Adresse für Feinschmecker. Entsprechend der Lage spielen Fisch und Meeresfrüchte von Lachs über Heilbutt bis hin zu Austern in den Restaurants der Stadt eine große Rolle. Einheimische Zutaten werden durch die kulturellen Einflüsse verschiedenster anderer Kontinente inspiriert. So ist Vancouver weltweit die Stadt mit dem höchsten asiatischen Bevölkerungsanteil außerhalb Asiens. Fans von Sushi, Nasigoreng und Co. werden die entsprechend große kulinarische Auswahl in Chinatown lieben. Mexikanische, italienische und amerikanische Gerichte finden Sie in Gastown.

Eine gute Möglichkeit, schnell an exzellente, lokale Gerichte zu kommen, sind in Vancouver Food Trucks. Dort warten unter anderem frische Säfte, würzige Fisch-Tacos oder Pulled-Pork-Brötchen auf Sie. Ein kleiner Geheimtipp ist der Shipyards Night Market in North Vancouver. Dort schlendert nicht nur Jung und Alt Freitagabends an den liebevollen Ständen vorbei, auch der Sundowner am Pier ist einfach unschlagbar schön.

Gut zu wissen

Der kanadische Dollar ist dafür bekannt, wie Monopoly Geld auszusehen. Tatsächlich bestehen die Scheine aus Plastik und haben unterschiedlichste Farben. Die Münzen haben lustige Namen: Die 1-Dollar-Münze zeigt einen Seetaucher (Englisch: „loon“) und wird daher „Loonie“ genannt. Auf der 2-Dollar-Münze sind Eisbären abgebildet, sie trägt den Namen „Toonie“.

Einige kuriose Sitten, beispielsweise das Anstellen am Bus in geordneten Zweierreihen, hat Vancouver der ausgeprägten asiatischen Community zu verdanken.

Dank fast 170 Tagen Regen im Jahr wird die Metropole hin und wieder auch als „Raincouver“ bezeichnet. Reisen Sie in den Wintermonaten von November bis April an, sollten Sie daher vielleicht ein paar Indoor-Aktivitäten in Ihren Reiseplan aufnehmen, zum Beispiel das Vancouver Aquarium oder die Science World mit wechselnden, interaktiven Ausstellungen.

Ob auf dem Festland oder auf dem Wasser...
...Vancouver bietet viele Möglichkeiten für unvergessliche Natur-Erlebnisse.
140 Meter wackelige Holzplanken über 70 Meter Abgrund – Die Capilano Suspension Bridge ist etwas für Abenteurer.
Am Yachthafen lässt sich die herrliche Aussicht auf die Skyline Vancouvers...
...und die umgebenden Berge genießen.
Die berühmte Steam Clock ist dampfbetrieben und pfeift viertelstündlich durch Gastown.
Vancouvers Chinatown ist das größte Chinatown in ganz Kanada.
In Granville Island wurden fünf Industrie-Silos in eine Ausstellungsfläche für moderne Streetart verwandelt.
Auf einer Whalewatch-Tour können Sie die großen Säugetiere in ihrer ganzen Pracht erleben.
Wie ein stilles Feuerwerk zeigt sich die Fassade der Vancouver Science World bei Nacht.
In den 70er Jahren eroberte die Kunst- und Kulturszene das ehemalige Industriegebiet auf der Halbinsel Granville Island.
Wochenend-Ausflüge ins Grüne sind für Vancouveraner eine Herzensangelegenheit.
Die Lions Gate Bridge gilt als Wahrzeichen Vancouvers und erinnert an die Golden Gate Bridge in San Francisco.